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Fühlen lernen

Fühlen ist kein Denken. Denken ist die innere Stimme, die zum Beispiel sagt: «Ich bin gut drauf. Ich bin traurig. Ich bin richtig wütend gerade.» Nie kann der Verstandesmensch sich sicher sein, ob das innerlich Gesagte das wahre momentane Gefühl beschreibt.

Der erste Schritt zum Fühlen ist das Heraustreten¹ aus dem Denken. Wer seine Gedanken in sich hört und sieht, dem ist es gelungen. Erst jetzt ist wahres Empfinden möglich.

jahnna Tilde, Tinte

Beginne das Fühlen-Lernen mit dem Empfinden deiner Stimmung. Sie ist ein Aspekt deines momentanen Gefühls. Andere Menschen können sie spüren. Bei einem ehrlichen Menschen ist sie in der Mimik, Sprache, Körperhaltung und im Anschein seiner Augen sichtbar. Nimm dir Zeit und Muße für deine Stimmung und notiere sie in einem Tagebuch. Es erfordert zu Beginn Mut, denn wir sind zumeist nicht dazu erzogen worden, sie offen zu zeigen.

Die Stimmung ist das Kommen und Gehen von Freude und Leid im eigenen Gemüt. Je sicherer du diese beiden Gefühle in dir erlebst, desto leichter wird das Empfinden der weiteren Grundgefühle.

Für das Fühlen-Lernen ist ein Zusammenarbeiten mit deinem Denken erforderlich. Solange dein Denken das Fühlen generell oder einzelne Gefühlsausdrücke ablehnt, ist kaum ein wahres Empfinden möglich. Wenn es dir gelingt, aus dem Denken herauszutreten, kannst du mit ihm wie mit einem Freund sprechen. Sage dir zum Beispiel selbst, dass das Fühlen-Lernen dich entwickeln wird und auch dein Denken klären wird. Sage dir zum Beispiel, dass du im bewussten Fühlen und Denken wesentlich präsenter und sicherer bist.

Zu Beginn werden dich die Muster deines Denkens beschäftigen. Es sind alte Reaktionen, die so manches Gefühl sogleich wegmachen wollen, indem sie dich zu speziellen Handlungen anregen, die das Fühlen überdecken. Halte immer wieder inne und siehe diese Impulse als Gedanken. Je bewusster du im Innern bist, desto mehr hast du die Wahl, ihnen zu folgen oder nicht.

Lerne die Wut, die Traurigkeit und die Angst in dir kennen. Lasse dich auch von den Gefühlen nicht sogleich in Tun und Handeln verleiten, sondern empfinde sie! Tue einfach nur das. Vielleicht zum ersten Mal in deinem Leben :-)

Lerne nach einer Weile des Empfindens achtsam, Gefühle selbst in dir hervorzubringen. Wer, glaubst du, stellt die Gefühle in dir her?

Schreibe zum Beispiel die sechs Grundgefühle auf sechs Zettel, ziehe einen und probiere, ob du dieses Gefühl in dir zu empfinden vermagst. Sei achtsam mit der Wut und der Angst und vollziehe diese Übung nur in einem geschützten Rahmen.

Das Empfinden der gemischten Gefühle ist im Erlernen des Fühlens fortgeschritten. Je bewusster du fühlst, desto mehr nimmst du auch leise Anteile der Grundgefühle im gesamten Gemisch wahr.

Je mehr du dein Inneres klärst, desto häufiger wirst du Momente bewusst erleben, in denen keine nennenswerte Angst, Wut, Traurigkeit und auch kein Leid in dir ist und du dennoch im Fühlen bist. Es ist jetzt nicht passend zu sagen, dass du voller Freude bist. Da ist ein inneres Strahlen in dir. Dieses ist das Gefühl der Liebe.

PS: Das Heraustreten aus dem Denken ist zugleich das Verlassen des Lebensraumes Kopf. Viele sind bewusst oder unbewusst nahezu dauerhaft im Raum ihres Kopfes zuhause. Es ist die ehrliche Antwort auf die Frage: «Wo genau bin ich im Körper in diesem Moment?»

Es ist möglich, aus dem Herzen und damit aus dem Raum der Brust heraus zu leben und zu wirken. Das Empfinden entspringt diesem Raum und breitet sich über den gesamten Körperraum aus. Es ist nicht möglich zu sagen, wo ein Gefühl genau ist. Es ist im Innern überall zugleich.

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gemischte Gefühle Trennstrich senkrecht C, Tusche Kurzvortrag zum Fühlen

veröffentlicht am 31.8.2016, letzte Änderung am 1.9.2016 um 13:30 Uhr

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Texte, Geschichten, Übungen zum Denken, Fühlen, Wollen und Spüren

Christoph Steinbach und Jaipur
412 Seiten, gebunden, mit 22 Zeichnungen des Verfassers
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